Sommerregelung wirkt: Mehr Park & Ride, weniger Belastung für Salzburg

Die Bilanz der Sommerregelung 2026 liegt vor und zeigt: Die Maßnahmen haben Wirkung erzielt. Deutlich mehr Menschen nutzten Park & Ride, die Mönchsberggaragen waren wesentlich seltener vollständig ausgelastet und auf wichtigen Innenstadtachsen verbesserte sich der Verkehrsfluss. Für die Stadt-SPÖ ist das eine gute Grundlage, um die Sommerregelung für 2027 gezielt weiterzuentwickeln.

Von Anfang Juli bis zum Ende der Festspielzeit sollte die Sommerregelung zusätzlichen Tages- und Durchzugsverkehr möglichst früh abfangen und auf Park & Ride sowie andere Verkehrsmittel lenken. Gleichzeitig blieb die Innenstadt für Bewohner:innen, Arbeitnehmer:innen, Wirtschaft, Pflege, Hotellerie und Menschen mit einem konkreten Ziel weiterhin erreichbar.

Rekord bei Park & Ride

Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Park & Ride. An den Standorten Messezentrum, P+R Süd, Airport und DOC wurden im Juli und August insgesamt 14.896 P&R-Kombitickets ausgegeben. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 9.520.

Das bedeutet ein Plus von 56 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2023 mit 11.052 Nutzungen wurde deutlich übertroffen.

Besonders stark entwickelte sich der P+R Süd: Mit 5.647 Kombitickets wurde die Nutzung gegenüber 2025 mehr als verdoppelt. Auch Airport und DOC verzeichneten deutliche Zuwächse.

Natürlich müssen die Zahlen differenziert betrachtet werden. Auch Faktoren wie die guten Wetterbedingungen haben zur starken Nutzung beigetragen. Dennoch zeigt die Entwicklung klar: Attraktive Alternativen zur direkten Fahrt mit dem Auto in die Innenstadt werden angenommen.

Altstadtgaragen deutlich seltener voll

Ein weiteres Ergebnis zeigt sich bei den Mönchsberggaragen. Während diese im Vergleichszeitraum 2025 noch an 43 Tagen vollständig ausgelastet waren, waren es 2026 nur noch 22 Tage. Die Zahl der Vollauslastungstage hat sich damit nahezu halbiert.

Auch auf wichtigen Innenstadtachsen zeigen die Messungen Verbesserungen. Am Rudolfskai erhöhte sich die Durchschnittsgeschwindigkeit in der relevanten Spitzenstunde bei Badewetter um rund elf Prozent und bei Regen um 25 Prozent. In der Neutorstraße wurde bei Badewetter eine Steigerung um rund 15 Prozent gemessen.

Auf den untersuchten Ausweichrouten konnten gleichzeitig keine feststellbaren Mehrbelastungen nachgewiesen werden.

Zielgröße von bis zu 1.000 Fahrten erreicht

Die Wirkung der Sommerregelung lässt sich nicht ausschließlich an einer einzelnen Zählstelle festmachen. Sie ergibt sich aus mehreren Faktoren: mehr Park-&-Ride-Nutzung, dem Umstieg auf andere Verkehrsmittel, vermiedenen Fahrten etwa durch das Guest Mobility Ticket sowie zeitlich oder räumlich verlagerten Wegen.

In der Gesamtbetrachtung ist es fachlich plausibel, dass an besonders stark belasteten Tagen bis zu rund 1.000 Fahrten aus dem sensiblen Innenstadtbereich verlagert oder vermieden werden konnten. Damit wurde eine zentrale Zielgröße der Sommerregelung erreicht.

Für uns ist dabei auch die grundsätzliche Wirkung entscheidend: Jedes zusätzliche Auto, das nicht in die Innenstadt fährt, bedeutet weniger Belastung für das gesamte Verkehrssystem. Gerade an den stärksten Sommertagen können bereits vergleichsweise kleine Entlastungen dazu beitragen, dass der Verkehr insgesamt stabiler funktioniert.

Bernhard Auinger: „Die Sommerregelung hat gewirkt“

Bürgermeister Bernhard Auinger zieht deshalb eine positive Bilanz:

„Unser Ziel war, Druck aus dem System zu nehmen, die Lebensqualität zu verbessern und Salzburg auch an den stärksten Sommertagen erreichbar zu halten. Die Daten zeigen: Die Sommerregelung hat gewirkt. Mehr Park & Ride, deutlich weniger Vollauslastung der Altstadtgaragen und ein besserer Verkehrsfluss sind eine klare Bilanz.“

Auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen eine breite Unterstützung für die grundsätzliche Richtung. In einer Befragung von 510 Salzburger:innen befürworteten 78 Prozent die Zufahrtssperre für den auswärtigen Durchzugsverkehr. 79 Prozent fühlten sich gut oder sehr gut über die Sommerregelung informiert.

Noch deutlicher fällt die Zustimmung zu den grundsätzlichen verkehrspolitischen Maßnahmen aus: 91 Prozent befürworten Park & Ride, 85 Prozent die Priorisierung des öffentlichen Verkehrs und 79 Prozent eine aktive Verkehrslenkung.

Ein erster Schritt, der weiterentwickelt wird

Für die Stadt-SPÖ ist die Bilanz deshalb kein Grund, sich zurückzulehnen. Die Sommerregelung 2026 war ein erster Schritt mit spürbarer Wirkung. Gleichzeitig haben die vergangenen Wochen gezeigt, an welchen Stellen nachgebessert werden muss.

Dazu gehört insbesondere die Kontrolle. Klare Regeln funktionieren nur dann dauerhaft, wenn sie verständlich kommuniziert und konsequent umgesetzt werden. Information, praktikable Ausnahmen und attraktive Alternativen müssen deshalb mit einer gut abgestimmten Kontrolle zusammenspielen.

Die Erfahrungen aus diesem Sommer werden nun in die Vorbereitung für 2027 einfließen. Die Verkehrslenkung soll weiter verbessert, mögliche Ausweichrouten beobachtet, das Kontrollkonzept optimiert und attraktive Alternativen weiter gestärkt werden.

Unser Anspruch bleibt dabei klar: Es geht nicht darum, Menschen aus der Stadt auszusperren. Salzburg muss erreichbar bleiben. Gleichzeitig wollen wir unnötigen Tages- und Durchzugsverkehr reduzieren und damit mehr Platz und Lebensqualität für jene schaffen, die hier leben, arbeiten und ihre Zeit verbringen.

Weniger Stau. Mehr Stadt. Für ein lebenswertes Salzburg.

 

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